Judassohn von Markus Heitz

17. Mai 2010 | Von Guido | Kategorie: Neuheiten
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Markus Heitz, wohl am besten bekannt für seine Fantasy-Reihe „Die Zwerge“ hat es wohl geschafft. Egal was er schreibt – es wird ein Bestseller daraus. Um so erstaunlicher war sein Genre-Wechsel, als er mit dem Roman Kinder des Judas einen Vampir-Thriller vorlegte. In dem Bereich tummelt sich ja derzeit jeder, der irgendwie schon einmal was von Interpunktion gehört hat, aber Heitz hat es trotzdem geschafft etwas Interessantes auf Papier zu bringen, was man von den meisten seiner seicht agierenden, und romantisierenden Kollegen wohl kaum behaupten kann.

Die Fortsetzung von Kinder des Judas ist nun als Hörbuch erschienen. Wieder spielt Theresia Sarkowitz eine Hauptrolle in dem von Johannes Steck gesprochenem Werk. Das Buch kommt in einer gekürzten Fassung mit 428 Minuten auf 6 CDs aus. Endlich darf ein Vampir wieder ein Vampir sein – wie auch Amazon findet:

Der Vampir an sich ist ein sensibles, schmachtendes Wesen, das nur darauf wartet, von einem jungen, unschuldigen und selbstredend bildhübschen Mädchen in die glückseligen Sphären ewiger Liebe erhoben zu werden und mit ihm zärtlichen Kuschelsex zu haben. Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man die omnipräsenten Twilight-Romane von Stephenie Meyer und die Bücher ihrer Epigoninnen, von Jeaniene Frost bis Tanja Heitmann, liest, die den Vampirroman – eigentlich ein veritables Subgenre des Horrorromans – bis zur Unkenntlichkeit weichgespült und die Untoten, die sich leider nicht dagegen wehren können, in schnulzige Helden von Liebesromanen für Teenies verwandelt haben. Einer der tapfersten Streiter gegen diesen Trend ist Markus Heitz, und allein dafür gehört er gepriesen.

Besser kann man es wohl nicht ausdrücken, das Geschnulze kann man sich wirklich nicht mehr antun! Heitz wird derweil übrigens schriftstellerisch immer besser, man merk deutlich das ihm das Voranbringen mehrerer paralleler Handlungsstränge besser von der Hand geht als früher. Insofern wartet eine schnelle und spannende Handlung auf den Leser:

Im Mittelpunkt der Gegenwartshandlung steht Theresia Sarkowitz, genannt Sia, eine seit Jahrhunderten nicht alternde untote Vampirin, die die letzte Abkommin der Kinder des Judas, einer besonderen Vampirart, zu sein glaubt. Sie setzt alles daran, ihre Nachfahrinnen Emma und Elena vor demselben Schicksal zu bewahren, das sie seinerzeit in diese quälende Existenz gezwungen hat. Doch bald stellt sie fest, dass sie mitnichten das letzte Judaskind ist, denn es taucht jemand auf, der sie seit Jahrhunderten gesucht hat und sie zu vernichten trachtet… Parallel dazu erzählt Heitz die Geschichte dreier Vampire, die im vorrevolutionären Frankreich der Jahre 1781/82 herauszufinden versuchen, welche Art von Wesen sie eigentlich sind, warum sie so geworden sind und ob sie eine Möglichkeit haben, ihr Schicksal zu verändern. Natürlich verknüpft sich die historische mit der Gegenwartshandlung – bis hin zu einem furiosen Finale, das es in sich hat.

Sowohl der Vorgänger als auch dieses Hörbuch sind eine klare Hörempfehlung! Wer Angst hat vor einem als Vampirroman getarnten Groschenroman aus einem ländlichen Krankenhaus kann beruhigt zuschlagen, bei Heitz dürfen Vampire noch Vampire sein und brauchen kein rosa Tutu zu tragen!

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